Archiv für Dezember 2006

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Dr. Nicole Weicker, LE-TeX Leipzig
spricht zum Thema: „Fachintegrierte Vermittlung von Schlüsselkompetenzen der Informatik“

Schlüsselkompetenzen der Informatik können nur zu einem geringen Anteil durch fachfremde Lehrende vermittelt werden. Notwendig ist eine integrierte, fundierte Vermittlung der fachspezifischen Schlüsselkompetenzen innerhalb der Informatiklehre an Hochschulen. Dabei genügt es jedoch nicht, über passende Lehrveranstaltungsformen die Möglichkeit für Erfahrungen bzgl. spezieller Schlüsselkompetenzen zu geben. Um einen tatsächlichen Kompetenzerwerb zu ermöglichen, wird ein umfassendes Konzept zur Iteration von Erfahrungsgewinn und fundierter Rückmeldung für die jeweiligen Schlüsselqualifikationen benötigt.

Grandios. Geht das auch etwas kürzer und lesbarer?

Informatik unterrichtet sich nicht von selbst. Vielmehr muß sie von Menschen, die dazu ausgebildet sind, unterrichtet werden. Die wiederum sollten das nicht einfach irgendwie tun, sondern sich hin und wieder davon überzeugen, daß auch etwas gelernt wird.

Gern geschehen. Der Informationsgehalt erscheint auf einmal nicht mehr ganz so hoch.

Erst Welle machen und dann nicht ausbaden wollen

Web 2.0 ist super. Alte Dinge, wie Eulen, Pilze, Lupen, Globusse usw. zwar auch, aber die sollen heute nicht Thema sein, denn mit deren Besonderheiten und den spezifischen Folgen ihres Gebrauchs sind wir bereits recht gut vertraut. Anders beim dynamischen WWW. Offensichtlich haben viele Leute beispielsweise keinerlei Problem damit, sich auf einer zuletzt nicht sehr gut beleumundeten Social Networking Site fuer Studierende unter ihrem buergerlichen Namen qua vielfacher Clubmitgliedschaft zu allerlei antibuergerlichem Gedankengut zu bekennen — und das ist wundervoll. Nun hat sich aber gerade ein solcher Studierender in einen Beleidigten verwandelt, nur weil ein liberaler Kollege dessen Clubalbum rezensiert und sich dabei einige Interpretationen, zum Teil mit Hypothesencharakter in Richtung der politischen Motivation des Profilinhabers, erlaubt hat. Natuerlich ebenfalls unter Nennung dessen Realnamens. Das Posting und insbesondere die Kommentarspalte finde ich lesenswert. Gideon Boess hat teilweise recht, obwohl ich es anders formulieren und Akzente anders setzen wuerde, weil ich kein Linkenfresser bin, aber das steht ja nicht zur Debatte.

Insbesondere, und darauf will ich eigentlich hinaus, darf der das. Wenn ich Informationen ueber mich ins Web stelle, duerfen diese Informationen selbstverstaendlich von anderen kommentiert werden, auch auf anderen Webseiten, und zwar ohne dass dazu mein Einverstaendnis noetig waere. Wer damit ein Problem hat, hat das Prinzip nicht verstanden. Das heisst nicht unbedingt, dass man sparsamer oder vorsichtiger sein muss. Man darf dann aber auch nicht immer sofort beleidigt sein. Wer an der Blogosphere teilnimmt oder frueher am USENET oder an BBSen teilgenommen hat, muss wissen, dass sich im Laufe der Zeit viele, viele steile Thesen unter seinem Realnamen im Netz ansammeln, von denen er mit Sicherheit viele im Laufe seines Lebens revidieren wird und von denen viele andere schon zum Zeitpunkt ihrer Veroeffentlichung nicht sehr durchdacht waren. Die volle Tragweite davon ist einigen von uns noch nicht ganz bewusst. Es hagelt Kritik. Richtige und falsche. Manchmal harsche. Und man wird es in zwanzig Jahren noch wiederfinden koennen, auch der Personalchef, vor dem ja viele so viel Angst haben. Ich selbst finde mittels Google noch den groessten Unsinn, den ich mitten in der Pubertaet geschrieben habe.

Ich schlage folgendes vor: Man sollte sich durch anderer Leute Kritik an eigenen Aeusserungen oder Selbstdarstellungen nicht so schnell beleidigen lassen. Das kann bis dahin gehen, die Toleranzschwelle fuer unangebrachte Nazivergleiche notfalls etwas hoeher zu haengen (deren Unausweichlichkeit im USENET ein bekannter Witz ist). Andererseits sollte man als Kritiker nicht zu nachtragend sein, davon ausgehen, dass der andere dazulernen und seine Meinung aendern kann und im uebrigen gegebenenfalls daran denken, in was fuer Politsekten man selber frueher mal Mitglied war. Ein wenig Ironie koennte allen helfen.