Archiv für Dezember 2007

Haben Veganer eine Ismen-Schrulle?

Forumsdiskussion: Auf veganismus.ch geht es off-topic um die Etymologie des Wortes „dämlich“. Achim hat gegoogelt und rausbekommen, daß es sprachentwicklungsgeschichtlich nichts mit Damen zu tun hat, selbige also nicht abwertet, also erstmal keinen sexistischen Sprachgebrauch ausmacht. Schön und gut.

Jemand, der sich selbstironisch „Binnen-I-Spinner“ nennt, antwortet ihm:

Schön und gut, Achim: Aber ist das Wort „dam(m)eln“ noch im aktiven Sprachgebrauch vorhanden? Wer kennt und benutzt dieses Wort?
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der etymologische Ursprung von „dämlich“ nicht sexistisch ist, wird aber im Allgemeinen als sexistisch empfunden.

Ich bestreite, daß „dämlich“ im Allgemeinen als sexistisch empfunden wird, denn im Allgemeinen wird ohnehin gar nichts als sexistisch empfunden, das ist Teil des Problems. Gemeint ist, daß „dämlich“ von einigen Antisexisten als sexistisch empfunden wird. Das wußte Achim aber schon. Es ging ihm darum, auszudiskutieren, ob es zu recht so empfunden wird, und diese Frage kann man mit dem Argument eines angeblichen Mehrheitsempfindens nicht abwinken.

Aber jetzt haltet euch fest:

Ähnlich verhält es sich auch mit „Bullen“ als abwertende Bezeichnung für PolizistInnen (jaja, ich bin ein/e der Binnen-I-SpinnerInnen), obwohl sich der Ausdruck von „Buletten“ und nicht von männlichen Kühen herleitet, wird es als speziesistisch empfunden.

Das hat mich sofort an ein Erlebnis mit einem Tierrechtler erinnert, den ich auf dem Gründungstreffen einer Bioessen-Einkaufsgruppe kennengelernt habe. Von dem habe ich einen Rassismusvorwurf gefangen, weil ich für das diskursive Paralleluniversum, aus dem Ansichten wie die da oben kommen, mal das Wort „Absurdistan“ benutzt habe.

Realität und Wahrnehmung klaffen manchmal weit auseinander – gerade bei der Sprache ist die Wahrnehmung aber häufig entscheidender, damit sich Menschen untereinander verstehen.

Daß die Person von Achim erwartet, die vermeintliche Herkunft des Wortes als wichtiger zu bewerten als die tatsächliche, kommt einigermaßen deutlich rüber. Wenigstens wird dieses Interesse nicht vertuscht, indem die Frage nach der Realität gleich ganz ignoriert oder als gesellschaftlich konstruiert in Gänsefüßchen gesetzt wird. Das ist gut und nicht selbstverständlich.

Welcher Zusammenhang besteht aber zwischen Veganismus und diesem übereifrigen Verhältnis zur Sprache? Braucht man das, um das Speziesismus-Konzept heimzufahren?

Minus

Liebe Radioreklameansager_innen,

hört doch bitte auf, das Zeichen „–“ in Internetadressen „minus“ auszusprechen. Wer hat euch da bloß beraten.

Erstens würde es nur eine einzige Silbe mehr kosten, das Ding seiner Funktion gemäß „Bindestrich“ zu nennen, was zudem ungünstige Assoziationen vermeidet wie sie von Sätzen wie „Spenden Sie jetzt bei WWW Aktion minus Sorgenkind DE“ hervorgerufen werden können.

Zweitens ist der Bindestrich, zum Donnerwetter, ohnehin der einzige Strich, der im fraglichen Teil von Internetadressen auftreten kann, deswegen sind Verwechslungen mit Unter- und Schrägstrichen ohnehin ausgeschlossen. Wenn ihr Sendezeit mikrosekundenweise sparen müßt, könnt ihr also gefahrlos einfach „Strich“ sagen.

Kein Erklärungsbedarf

Ein Ort für unverbindlichen Geschlechtsverkehr unter homosexuellen Fröschen? Eine Einrichtung für Froschmütter in Not, um ihre Kaulquappen anonym zur Adoption freizugeben?

Ist doch egal. Ich bin begeistert und verbitte mir blöde Begründungen.

Froschklappe