So schlecht, daß es immernoch schlecht ist

Ob der Spiegel deutschlehrerhaft und tendenziell antiamerikanisch rumspießert, wenn er fragwürdige Mitarbeiter-Bespaßungs-Videos aus dem Hause Microsoft als peinlich bezeichnet, oder ob er damit etwas Bemerkenswertes bemerkt.

Wer das „als Trash sieht“, wer also Konzernkultur ohnehin nur als Freakshow und Youtube-Futter wahrnimmt, hat es natürlich leicht, das einfach nur witzig zu finden. Wenn ein solches Werk aber erscheint, dann geschieht das im Rahmen eines Firmenmeetings, wo eine Abteilung dieses Video vorgesetzt bekommt und würdigen soll. Man darf nicht vergessen, daß die Autoren das ernst meinen, d.h. sie halten es tatsächlich für gelingende Selbstironie und glauben damit zu beweisen, „auch mal locker sein“ zu können. Dementsprechen gibt es also auch Leute, von denen bis zu einem gewissen Grad eine Identifikation mit diesem Kack erwartet wird.

Denen gebührt Solidarität in ihrem Leiden. Von daher ist „peinlich“ schon die richtige Feststellung.


1 Antwort auf “So schlecht, daß es immernoch schlecht ist”


  1. 1 der Klassensprecher von 1984 19. April 2008 um 17:08 Uhr

    Als Ausgleich empfehle ich folgende gefakte Videos von Ricky Gervais und Stephen Merchant (Autoren von „The Office“), die genau solchen internen Motivationkack veralbern:

    Ricky Gervais – Microsoft (Part 1)
    http://video.google.com/videoplay?docid=9076288729387457440

    Ricky Gervais – Microsoft (Part 2)
    http://video.google.com/videoplay?docid=959125392868390030

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