Archiv für Mai 2008

Maschinen befreien

Maschinenwinter

Maschinenwinter - Wissen, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift (edition unseld)

Horde:
Der politische Islam der Hamas, al-Qaida oder Hisbollah paßt auf direkte, nicht mehr durch Lohnabhängigkeit, sondern auf Gefolgschaft oder Aussortierung gründende Herrschaftsverhältnisse, wie sie im Westen jetzt wiederkehren, sehr viel besser als das neuzeitliche Christentum mit seiner Betonung des individuellen Seelenheils, der guten Werke und der Gnadenwahl. […] Wenn der Aberglaube an den lohnabhängigen Arbeitsplatz als einzig denkbares Instrument der Vergesellschaftung nicht beseitigt wird, geht er früher oder später in ältere, robustere Formen des Mythos über […] Wozu einen Weltbankchef, wenn wir den Pharao wiederhaben können?

Kaputtmachen:
Wenn südbadische Weinbauern gegen Kernkraftwerke agitieren, französische Metzger bei McDonald’s die Scheiben einschmeißen oder indische Arbeiterinnen einen Automaten in Brand stecken, der sie ersetzen soll, spricht man von Maschinenstürmerei. Sozialistisch ist die nicht; aber dafür nachvollziehbar. […]
Wo Sozialisten genötigt sind, einen Apparat zu zerschlagen, der potentiell großen Nutzen in sich trägt, aber zum Herrschaftsmittel bei der Verfolgung von Partikularinteressen entwürdigt wurde […]
Zerschlagt die Apparate, aber schützt die Bauanleitungen.

Condition humaine?
Nennt euch Mutanten, Cylonen oder Schlümpfe, wenn euch der Menschenname zu totalisierend, identitär oder repressiv ist. Darauf kommt es nicht an.
Lieber wäre mir, es fänden sich genügend geschickte und ausdauernde Personen, Verhältnisse zu beseitigen, in denen die ökonomisch-politische Besonderheit der Gattung von der Mehrheit der Zweibeiner noch gar nicht erreicht wird.

Rückwärts nimmer:
Sollte sich […] in den nächsten Jahren irgendwo ein politischer Islam regen, der im Ernst ein anderes Gesellschaftsmodell als das feudale vorzuschlagen hat und beispielsweise die widerlichen und doppelzüngigen Alliierten des Westens von Saudi-Arabein bis Pakistan nicht durch etwas noch Widerlicheres (Taliban, Iran) ersetzen will, so mag er denen, die die Freiheit wollen, willkommen sein. Wo aber die ekelhaften Zutaten typisch mittelalterlicher Zustände (Misogynie, religiöser Wahn, Homophobie, Antisemitismus) ins rebellische Programm eingekocht werden, ist keine Hoffnung.

Avanti o popolo

Ein Gesetz im US-Bundesstaat Oklahoma verbietet nach wie vor „das Hissen einer roten Fahne oder das Zeigen eines anderen Emblems oder Banners, welches Untreue zur Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika oder einen Glauben an Anarchie oder eine andere politische Doktrin demonstriert, deren Ziel in der Störung oder Zerstörung organisierter Staatsführung oder der Abschwur von den Gesetzen des Staates Oklahoma besteht.“

Quelle — natürlich — Wikipedia.